- Menschen sterben nicht „am Alter“, sondern an identifizierbaren Krankheiten. Sterbeurkunden und Autopsien nennen fast nie „Alter“ als Ursache; häufig finden sich zuvor unerkannte, weit fortgeschrittene Pathologien.
- Im hohen Lebensalter dominieren Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen klar als Todesursache. Je nach Datengrundlage entfallen etwa 35–70 % der Todesfälle auf kardiovaskuläre Ursachen, gefolgt von Krebs, Schlaganfällen und schweren Infektionen.
- Tiervergleiche zeigen artspezifische Schwachstellen: Beim Menschen rückt das Herz‑Kreislauf‑System in den Vordergrund – mit Arteriosklerose, Rhythmusstörungen, Herzinsuffizienz und vaskulären Ereignissen.
- Lebensverlängerung gelingt primär durch das Verhindern bzw. Verzögern konkreter Krankheiten – nicht zwingend durch ein generelles Verlangsamen des biologischen Alterns. Biomarker‑„Altersuhren“ sind wertvoll zur Risikostratifizierung, liefern aber keinen kausalen Beleg für gebremstes Altern.
- Für die Praxis heißt das: Priorität für frühe, kontinuierliche Erkennung kardiovaskulärer Dysfunktionen. Nicht‑invasive, kosteneffiziente Verfahren, die aus EKG‑Phasenlängen hämodynamische Parameter und Volumina pro Herzzyklus ableiten, können subklinische Veränderungen in Echtzeit sichtbar machen und zeitnahes Handeln ermöglichen.
2. Warum kardiovaskuläre Ursachen im Alter dominieren
Mit zunehmendem Alter kumulieren mechanische, metabolische und entzündliche Belastungen des Herz‑Kreislauf‑Systems:
- Gefäßalterung und Atherosklerose: Endotheliale Dysfunktion, Plaquebildung und Kalzifikation erhöhen den systemischen Widerstand und destabilisieren Gefäße. Das steigert das Risiko für Myokardinfarkte, Schlaganfälle und periphere Ischämien.
- Blutdrucklast und Nachlast: Lebenslange Hypertonie remodelliert den linken Ventrikel (Hypertrophie, Fibrose), reduziert Compliance und erhöht die diastolischen Füllungsdrücke.
- Rhythmusstörungen: Strukturelle und elektrische Umbauten begünstigen Vorhofflimmern und ventrikuläre Arrhythmien, die wiederum hämodynamisch relevante Schwankungen auslösen.
- Abnehmende Reserve: Die kardiale Kontraktilität, diastolische Relaxation und die autonome Regulation verlieren an Flexibilität. Das führt bei Belastung oder Infektion schneller zu Dekompensation.
- Komorbiditäten und Polypharmazie: Diabetes, Niereninsuffizienz, COPD und entzündliche Zustände interagieren ungünstig mit dem kardiovaskulären System; Medikamente können Rhythmus, Volumenhaushalt und Blutdruck beeinflussen.
Kurz: Das Herz‑Kreislauf‑System trägt im Alter die Hauptlast der Krankheitslast – und ist dadurch der wichtigste Hebel, um gesunde Lebensjahre zu gewinnen.
3. Grenzen von „Altersuhren“ versus krankheitsspezifischen Markern
„Altersuhren“ (z. B. epigenetisch, proteomisch oder metabolomisch) schätzen altersassoziierte Risiken und korrelieren oft mit Morbidität und Mortalität. Aber:
- Sie sind prädiktiv, nicht kausal: Ein günstiger „Uhr“-Wert beweist nicht, dass pathophysiologische Prozesse gebremst wurden; umgekehrt kann eine Person trotz „junger“ Uhr kardiovaskuläre Ereignisse erleiden.
- Sie sind selten handlungsleitend im Einzelfall: Therapieentscheidungen benötigen krankheitsspezifische, zeitnahe Marker mit direktem Bezug zur Hämodynamik, Struktur oder Entzündung.
- Für das Herz zählen Parameter, die mechanische Leistung und Kreislaufadaption abbilden: Schlagvolumen, Herzzeitvolumen, systolische Ejektionsphase, diastolische Füllungszeit, Vorlast‑/Nachlast‑Surrogate, Kontraktilitätsmarker oder Variabilität über die Zeit.
Daher empfiehlt sich eine Doppelstrategie: Populationsweit können „Altersuhren“ das Risiko grob strukturieren. Im klinischen und individuellen Kontext sind jedoch krankheitsspezifische Marker entscheidend, die konkrete Entscheidungen stützen – idealerweise in Echtzeit und nicht‑invasiv.
4. Umsetzung in der Praxis: Screening mit EKG plus hämodynamischer Auswertung
Kontinuierliche, niederschwellige Erkennung kardiovaskulärer Dysfunktionen ist möglich, indem vorhandene EKG‑Daten konsequent genutzt und hämodynamisch „ausgelesen“ werden. Hier setzt der Ansatz von CardioVolumeMetrics an: Aus den Phasenlängen eines EKGs werden hämodynamische Parameter und die Volumina in den Phasen des Herzzyklus abgeleitet – beat‑to‑beat, nicht‑invasiv und kosteneffizient.
Kernbausteine eines solchen Programms:
- Baseline und Trend: Erstellung eines individuellen Ausgangsprofils und fortlaufende Trendbeobachtung. Trends sind oft aussagekräftiger als Einzelwerte.
- Echtzeit‑Analyse: Ableitung von Parametern wie Schlagvolumen, Herzzeitvolumen, systolischer Ejektionsphase (SEP), prä‑ejektionszeitlicher Phase (PEP), diastolischer Füllungszeit (DFT) und daraus abgeleiteten Verhältnissen (z. B. PEP/SEP als Kontraktilitäts‑Surrogat).
- Kontextualisierung: Interpretation im Kontext von Herzfrequenz, Blutdruck, Belastung, Medikation und Komorbiditäten. Das erhöht Spezifität und klinische Relevanz.
- Eskalation bei Auffälligkeit: Unauffällige Trends sprechen für Routinekontrollen; auffällige Veränderungen führen gezielt zu weiterführender Diagnostik (z. B. Echokardiografie, Labor, Bildgebung) und therapiebezogenen Anpassungen.
Mögliche Frühwarnindikatoren aus der EKG‑basierten Hämodynamik:
- Abnahme des Schlagvolumens oder des Herzzeitvolumens ohne ersichtlichen Grund.
- Verlängerung der PEP oder Anstieg des PEP/SEP‑Verhältnisses als Hinweis auf eingeschränkte Kontraktilität oder erhöhte Nachlast.
- Verkürzung der systolischen Ejektionsphase bei gleichbleibender Herzfrequenz und erhöhtem Blutdruck als potenzielles Nachlast‑Signal.
- Abnahme der diastolischen Füllungszeit (insbesondere bei höherer Frequenz) mit Zeichen einer beeinträchtigten Relaxation oder unzureichenden Vorlast.
- Zunehmende beat‑to‑beat‑Variabilität von Schlagvolumen und Ejektionszeiten bei Rhythmusinstabilität.
- Mismatches zwischen elektrischen und mechanischen Phasen (elektromechanische Entkopplung) als Hinweis auf drohende Dekompensation.
Solche Signale erlauben es, subklinische Verschlechterungen früh zu erkennen und Therapien zu optimieren – häufig bevor Symptome deutlich werden.
5. Nutzen in Prävention, Nachsorge, Leistungsfähigkeit und Sicherheit
Für Hochrisikogruppen:
- Personen mit Hypertonie, Diabetes, Dyslipidämie, Nierenerkrankungen oder familiärer Vorbelastung profitieren von einer engmaschigen, nicht‑invasiven Überwachung. Früh erkannte Trends können Anlass geben, Blutdruck‑, Lipid‑ oder Glukose‑Management anzupassen, diuretische Strategien zu evaluieren oder Belastungsempfehlungen zu justieren.
Für die klinische Nachsorge:
- Nach Herzoperationen oder Interventionen ermöglicht die hämodynamische Echtzeit‑Analyse die sensible Erkennung von Volumenverschiebungen, Kontraktilitätsänderungen oder Nachlastproblemen. Ziel ist eine rasche Stabilisierung, die Reduktion von Re‑Hospitalisationen und die verlässliche Dokumentation des Heilungsverlaufs.
Für den Sport:
- Bei Athletinnen und Athleten kann die Optimierung von Training und Regeneration auf objektiven Herzleistungsdaten beruhen: Wie reagieren Schlagvolumen, SEP und DFT auf Belastungsreize? Welche Anpassungen verbessern die ökonomische Herzarbeit? Das erlaubt individuelle Steuerung, minimiert Überlastungsrisiken und unterstützt die Leistungsdiagnostik.
Für sicherheitskritische Berufe:
- In der Luftfahrt, im Schichtdienst oder bei Tätigkeiten mit hoher Verantwortung ist ein stabiler kardiovaskulärer Status entscheidend. Kontinuierliche, kosteneffiziente Checks auf Basis vorhandener EKG‑Infrastruktur können instabile Trends früh detektieren und damit Sicherheit erhöhen – für die Betroffenen und für die Allgemeinheit.
Übergreifender Mehrwert:
- Nicht‑invasiv, skalierbar und alltagsnah: Die Nutzung bestehender EKG‑Geräte senkt Hürden und Kosten.
- Handlungssicherheit: Konkrete, krankheitsspezifische Parameter erleichtern medizinische Entscheidungen gegenüber unspezifischen Risikokennzahlen.
- Personalisierung: Trends relativ zur individuellen Baseline ermöglichen präzises, maßgeschneidertes Management.
6. So unterstützt CardioVolumeMetrics
CardioVolumeMetrics fokussiert sich auf die nicht‑invasive Herz‑Kreislauf‑Diagnostik mit einem innovativen mathematischen Modell, das die Phasen des EKGs in präzise hämodynamische Information übersetzt. Kernelemente des Ansatzes:
- Ableitung von Volumina in jeder Phase des Herzzyklus sowie wesentlicher Leistungsparameter aus EKG‑Phasenlängen.
- Echtzeit‑Diagnostik: Subklinische Veränderungen werden beat‑to‑beat erfasst und trendbasiert bewertet.
- Nutzung bestehender EKGs: Keine zusätzliche invasive Infrastruktur; dadurch kosteneffizient und gut in klinische und betriebliche Routinen integrierbar.
- Evidenzbasierte Einsatzfelder: Früherkennung bei Hochrisikogruppen, strukturierte Nachsorge nach Herzoperationen, leistungsdiagnostische Begleitung im Sport und Monitoring in sicherheitskritischen Berufen (z. B. Pilotinnen und Piloten).
Die Technologie ist das Ergebnis interdisziplinärer Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Kardiologinnen bzw. Kardiologen – mit dem Ziel, praxistaugliche Präzisionskardiologie zugänglich zu machen und Herzerkrankungen früher, sicherer und effizienter zu adressieren.
7. Fazit: Gezielt gegen die häufigste Todesursache vorgehen
Menschen sterben nicht am „Alter“, sondern an Krankheiten – im hohen Alter vor allem an Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen. Wer gesunde Lebensjahre gewinnen will, sollte die häufigste Todesursache mit Priorität adressieren. Das gelingt, wenn wir konkrete, krankheitsspezifische Prozesse früh erkennen und behandeln, statt uns allein auf generische Altersmaße zu verlassen. Nicht‑invasive, kosteneffiziente Echtzeit‑Kardiologie auf Basis vorhandener EKG‑Daten liefert dafür die nötige Präzision: Sie macht subklinische Veränderungen sichtbar, schafft Zeitfenster für Intervention und erhöht die Sicherheit – in der Prävention, in der Nachsorge, im Leistungssport und in Berufen mit besonderer Verantwortung.
Für Sie als medizinische Fachkraft bedeutet das: Ergänzen Sie Ihre Routinen um kontinuierliche, hämodynamisch informierte EKG‑Auswertungen und nutzen Sie Trends für differenzierte Entscheidungen. Für Sie als Risikopatientin oder ‑patient heißt es: Setzen Sie auf regelmäßige, nicht‑invasive Checks, die echte Herzfunktion abbilden – rechtzeitig, bevor Symptome eskalieren. Wer so vorgeht, verschiebt den Erkrankungszeitpunkt nach hinten, reduziert Komplikationen und gewinnt Lebensqualität. Genau hier setzt CardioVolumeMetrics an: mit präziser, nicht‑invasiver Echtzeit‑Kardiologie, die vorhandene EKG‑Daten in klinisch verwertbare Hämodynamik übersetzt.
